Erste 6 Wochen
Die erste Nacht im neuen zuhause verbringen wir am 3. Oktober – und es beginnt die neue Lebensphase in echt.
Klar, wir müssen die ganzen Geräte, die im Fahrzeug installiert sind, kennen lernen. Aber ehrlich – nicht alles sofort. Das kommt schon, nach und nach.
Das Organisieren der Küche und unsere „Überlaufkiste“ (Dinge, die wir nicht direkt unterbringen können) liegen uns am meisten am Herzen. Wir entwickeln bereits schnell die ersten Ideen, wie wir Stauraum noch optimieren können. So basteln wir mit Unterstützung meines Bruders noch einiges. Zudem bestellen wir noch viele Sachen oder kaufen diese im Zubehörhandel. Halterungen für Gläser, Netze und diverse Befestigungssysteme müssen installiert werden. Einiges kleben wir, anderes befestigen wir mittels Vakuum und dann wird natürlich auch gebohrt. Die ersten Löcher in das Holz zu bohren tut schon irgendwie weh. Aber wenn du das hinter dir hast, fallen die Hemmungen.
Viele interessieren sich auch für unser neues Leben und das Wohnmobil selbst. So präsentieren wir gerne unser neues zuhause, lernen dabei vieles selbst dazu und entwickeln so auch erste Routinen.
Und verabschieden uns – was doch irgendwie komisch ist.
Das schöne Wetter nutzen wir unter anderem, Köln aus anderen Perspektiven kennen zu lernen und einige Wanderungen im Bergischen zu machen. Plötzlich müssen wir immer wieder Stellplätze vor Ort für die Übernachtung finden. Das ist spannend. So fahren wir kreuz und quer durch das Rheinland und das Bergische. Sehr lehrreich für die Fahrroutine. Aber auch sehr ernüchternd aus Sicht der Übernachtungsmöglichkeiten und auch der Entsorgungsmöglichkeiten im Rheinland und Rhein-Berg. Das ist in Frankreich und Spanien alles wesentlich besser und einfacher. Da ich den Text erst im Januar 22 schreibe, kann ich das mit Nachdruck sagen.
Letztlich müssen wir auch noch zweimal zum Hersteller. Beim ersten Mal geht die Eingangstür vom Aufbau nicht mehr auf. Es stellt sich heraus, dass sich die Mechanik ausgehängt hat, Fehler vom Türzulieferer. Das andere Mal ist es dann ein Fehler des Herstellers selbst. Bei genau 50% Batterieleistung wurde es bei uns im Auto stockdunkel. Es stellt sich heraus, dass die zweite Batterie nicht aktiviert worden ist. Alles einfach zu beheben.
Einige Male übernachten wir auf den Grundstücken meiner Brüder. Wir schaffen es auch ein paar Mal zusammen Essen zu gehen, wenn Raoul (mein Neffe) nicht seine Kochkünste präsentiert. Uns geht es gut.
So vergehen schnell die ersten 6 Wochen und es geht endlich Richtung Süden.
