Der/Die Eine oder Andere könnten sich jetzt fragen, warum nicht weiter durch Norwegen. Das Wetter ist ein Thema. Auch wenn wir einige schöne Tage hatten, so ist es in Norwegen doch unbeständig. Jessica und Fabian haben sich beispielsweise nach drei stürmischen, verregneten Tagen auf den Vesterålen (nördlich der Lofoten) für den Abschied aus Skandinavien entschieden. Der Hauptgrund für uns ist aber die Vollheit. Norwegen ist für viele ein Sehnsuchtsland mit unbegrenzter Freiheit. Wir haben Bilder aus den letzten Tagen gesehen, von Menschenmassen, die auf einen Hügel auf den Lofoten kraxeln. Und auch Erzählungen von Norwegenreisenden, dass wir zum Schluss gekommen sind, dass das für uns nichts ist.
Da vergessen viele, dass die Freiheit immer durch die Freiheit der anderen begrenzt ist. Und Rücksicht und Respekt sind keine aktuell verbreiteten Tugenden. Für uns heißt das auch, an den Hotspots eng an eng zu stehen, ist keine Option.
Wir wollen zuerst noch kurz nach Narvik. Das hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen: Die Maut. In Norwegen sind sehr viele Straßen, Tunnel oder Brücken mautpflichtig – neben den höchsten Spritpreisen. Das fällt uns jetzt auf: Nach Narvik kostet uns die Brücke € 25,–. Wir sind über 3,5to Gewicht und kein gewerblicher LKW. Wir lesen auf einem Parkplatz nochmal alles durch und melden uns letztlich bei epass24 an. Wenn wir registriert sind, können wir in die günstigere Fahrzeugklasse 1 eingestuft werden. Nur das System ist nicht so einfach, wie es klingt, da es doch unterschiedliche Betreiber gibt.
Wir fahren nicht nach Narvik. Natürlich müssen wir nach Schweden auch durch einen Tunnel – mautpflichtig. Soll laut unserer Info rund € 10,– kosten. Die Hälfte, wenn die Registrierung bei epass24 so gereicht hat, wir werden sehen.
Es soll durch samisches Gebiet über Kiruna, der Stadt mit der weltweit größten unterirdischen Eisenerzmine und der Stadt, die komplett bis 2040 5 km nach Osten verlegt wird, durch viel Bergbaugebiet zum Stora Sjöfallets (=grosser Wasserfall) Nationalpark gehen.
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Es führt eine 140 kilometerlange Straße als Sackgasse zu Bergen um die 2000m Höhe. Wir bleiben am Naturum stehen. Ein kostenloses, sehr schönes Informationszentrum über das Leben der Sami und die Natur Lapplands.
Wir wollen gerne die Straße bis zum Ende nach Ritsem fahren. Da soll man auch teilweise nur mit Geländefahrzeugen fahren können – das müssen wir doch mal testen. Die ersten Warnschilder: „Fahren auf eigene Gefahr“ markieren den Weg. Ein Staudamm tut sich vor uns auf, Schilder von Vattenfall (Energiekonzern) weisen auf Privatbesitz hin. Vattenfall hat hier Gebiete gekauft und entlang der Straße sind große Stromleitungen. Wir finden das wenig ansprechend und drehen um.
Über den Polarkreis bei Jokkmokk steuern wir zu den mächtigsten Stromschnellen Europas, den Storforsen.
Übernachten ist hier verboten, so fahren wir den Flusslauf des Piteälven flussaufwärts zu den Trollforsen – richtig wieder Stromschnellen, auf zwei Seiten der Insel Trollholmen. Sehr schöne Stellplätze laden zum Verweilen ein.
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