So fahren wir nach der doch längeren Führung nach Aracena, natürlich nachdem wir noch ein paar Gramm Iberico nachgekauft haben. Wir lernen mal wieder: Höre nicht auf das Navi. Wir folgen nach rechts durch den Ort. Ein Schild Durchfahrt für Busse und LKW gilt natürlich nicht für uns. Sind ja nur Wohnmobil. Navi zeigt direkt wieder rechts. Nein das ist zu eng. Zweihundert Meter weiter rechts, sehr scharf. Naja, geradeaus wäre nicht gegangen – gegen die Einbahnstraße. Dreimal zurücksetzen. Ein Mann kommt aus dem Haus und schaut auf uns, bleibt konsterniert stehen. Anette meint das wird eng. Gut , Autos machen es etwas enger, äh ja sehr viel enger. Wir kommen durch, links runter. Ich denke, kommen wir hier wieder raus? Das Navi zeigt noch 1 km. Nach rechts – verbot über 3,5 to. Nach links. Ja, gegen die Einbahnstraße. Was jetzt. Wir kommen doch aus einer Einbahnstraße.

Also zurück nur ein paar Meter, hier hupt keiner. Es heißt nur noch irgendwie wieder ganz zurück, wo wir hergekommen sind. Wir sehen eine kleine Seitenstraße, die führt wieder hoch – eine sehr kleine mit Balkonen oben und Autos an der Seite parkend. Die Autos hinter uns warten geduldig bis wir die zweihundert Meter durch jongliert sind. Oben angekommen nehmen wir die Umgehungsstraße. Anette, hattest du gesagt, wir sollen die Verbotsschilder ignorieren???!

Der Platz ist riesig. Es stehen 11 Mobile dort. Hinstellen, Wein trinken und Dschungelcamp gucken.

Aracena ist bekannt für seine Grotte. Im Internet steht was von Onlinebuchung, sonst kein Zugang. Was wir nicht mehr mögen, sind feste Termine. Was ist, wenn etwas dazwischenkommt oder wir einfach keine Lust haben. Also stehen wir um 11 Uhr, eine halbe Stunde vor Führungsbeginn am Eingang. Karten kein Problem, € 10,– p.P. Zwanzig Leute stehen schon da. Wir bekommen je ein Audiogerät für einen deutschen Guide. Super. Funktioniert einwandfrei.

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Auf geht es zur Höhle

Heute ist es bewölkt, zum ersten Mal seit langem Wolken. Da war die Höhle schon ein guter Start. Für den Nachmittag suchen wir uns über komoot eine Wanderung raus: 10,7 km, Startpunkt direkt vom Platz.

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Schöne Strecke durch die Dehesa

Ein Waschsalon am anderen Ende des Ortes bringt uns auf die Idee, mal wieder Wäsche zu waschen. Das verbinden wir mit Einkaufen bei Mercadona und Lidl. Nach drei Stunden gehen wir noch etwas durch den Ort.

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Rundgang durch Aracena

Morgen soll es wieder sonnig ohne Wolken werden. Hoch geht´s zur Burg von Aracena.

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Dort oben wollen wir hin

Jetzt müssen wir mal wieder weiter südlich. Unser deutscher Führer aus Jabugo hatte uns ja noch ein paar kleine sehenswerte Ort genannt – alle im Naturschutzgebiet Aracena. Linares de la Sierra und Alajar, letzterer hat wieder einen Mirador mit Ausblick über das gesamte Gebiet. Und bevor wir tatsächlich Richtung Süden auf die Hauptstraße fahren, habe ich noch eine Wanderung von knapp 9 km über die App komoot rausgesucht. Ich muss es wieder erwähnen: Ja wir haben Samstag, aber ist heute Volkswandertag? In Alajar haben wir bereits im verbotenen Bereich geparkt, auf der Wanderung haben wir es dann aber schnell sein gelassen, den Wanderbegegnungen zu grüßen…

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Linares de la Sierra, Dorfbrunnen

Unser nächster Übernachtungsplatz – „natürlich“ wieder kostenlos und mit Ver- und Entsorgung – liegt leider an der Straße – nachts ruhig, nur morgens nicht. Wir lernen aber einen netten Ornithologen kennen, der quasi auch in seinem Kastenwagen lebt und verquatschen uns. In der Nähe soll es Dolmen geben. Schon wieder Dolmen?! Wir sind auch etwas überrascht, aber neugierig. Sie liegen auch etwas im Hinterland.

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Womo abgestellt, jetzt geht es zu Fuß weiter

Video Fahren?

Wir wollen nicht mehr so weit fahren. Ein Stausee bietet Parkraum. Zwei große Wohnmobile stehen schon dort – ein Schweizer und ein Deutscher – beide im Schatten. Da wollen wir gar nicht hin, denn nur in der Sonne bekommen wir über die Solarpaneele Strom. Und so heiß wird es ja nicht. Bei 23 Grad steht endlich die Einweihung unsere neuen Stühle an. Gut, das rausnehmen klappt nicht wirklich. Wir müssen irgendwie viel räumen. Das Schweizer Paar setzt sich gemütlich in unsere Richtung.

Aber auch dieses Problem bekommen wir gelöst. Die Stühle sind tatsächlich super. Wie bereits erfahren, lernt man immer wieder nette Menschen kennen – oder auch nicht. Ein Womo „Mein Hobby“ aus Deutschlands Norden stellt sich hin, springt raus und ruft „In der deutschen Ecke!?“ Was will er ?? Quatschen! Und in welcher Lautstärke – echt peinlich. Nachdem er ausreichend „geklugscheissert“ hat, läuft er los und sagt, er suche nach einem schöneren Platz. Anette flüstert mir zwinkernd zu – „Waren wir nicht nett genug?!“ Bereits nach einigen Minuten kommt er zurückgelaufen (! – warum? hier nimmt ihm keiner was weg 🙈), springt in den Wagen und düst davon. Er ward nicht mehr gesehen. Das Glück bleibt auf unserer Seite…

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Unser Platz am Stausee

Unser erstes Kulturziel heute ist Niebla. Eine römische Stadt, stark geprägt von Almohaden (muslimische Dynastie). Wir besuchen das Kastell aus dem 15. Jahrhundert – für € 4 – und stellen fest, nett aber lohnt nicht wirklich.

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Niebla - Stadtmauer (2km lang)

Und dann wollen wir mal wieder zu einem Dolmen. Dolmengrab del Soto in sehr gutem Zustand mit unterirdischen Gängen. Anette will mich mit google dahin führen. Rechts! Schotterstraße. Ich bleibe stehen. Wie weit? 2,5 km. Wir entscheiden: fahren. Die schlechteste Strecke, die wir jemals gefahren sind. Tiefe Löcher, abgebrochene Straße, eng wegen Olivenbäumen. Das Auto macht es wirklich fein. Gut wir hören hinten das Eine oder Andere umherfallen. Um 13.20 Uhr parken wir vor dem Eingang. Das Tor ist zu. Ein junger Mann kommt auf uns zu. „Sorry, we have closed at 13.30 Uhr“. Wir fragen nach, es ist doch erst 13.20 Uhr?!. Er müsse noch nach Hause – Mittagessen. „Sorry, wir könnten morgen ab 10.30 Uhr wieder kommen. Ahja.

Wir fahren die asphaltierte Straße in die andere Richtung. Achso, Anette hatte doch die Allradstrecke rausgesucht 😜.

Wir haben schon wieder Februar, den 2. Jetzt sind es nur noch etwas mehr als 8 Wochen bis wir zurück sein wollen. Bei mindestens 3.000km wird es Zeit, nicht noch weiter weg zu fahren. Unser „Wendepunkt“ soll Ayamonte an der portugiesischen Grenze sein. Wir hatten vor Wochen von einem schönen Stellplatz im Hafen gelesen. Kostet lt. App € 9,55/Nacht. Was soll es, wenn er schön liegt und wir abends durch den beleuchteten Ort fahren, sind wir mal nicht so. Mittagspause wollen wir auf einem anderen Stellplatz machen und was einkaufen. Es gibt 12 Plätze – 8 Holländer, 1 Deutscher und 1 Spanier stehen da, dicht an dicht, eingezäunt. Wir kaufen nur ein.

Unser Mittagessen nehmen wir an einem Stausee ein – an sich einsam – nur etwas laut. Wir gucken noch mal in die App Park4night um Alternativen zu Ayamonte zu suchen. Es sollen zwar 27 Plätze zur Verfügung stehen, aber wer weiß, nach der Erfahrung eben. Anette liest mir einen brandaktuellen Kommentar zu Ayamonte vor: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass der Platz wegen Umbauarbeiten ab dem 1. Februar geschlossen bleibt“.

Ja prima, echt der einzige Platz seit Abfahrt, den wir uns vorher echt rausgesucht hatten und Anette sich auch drauf gefreut hatte. Wir stehen jetzt am Rio Guadiana und gucken nach Portugal.

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